
Handball-OberligaSven Mevissen, Torhüter des TSV Kaldenkirchen ist mit einer Körpergröße von 2,17 Metern schon eine imposante Erscheinung. Allein seine hünenhafte Gestalt hat sicherlich schon dem einen oder anderen Gegenspieler Schweißperlen auf die Stirn geschrieben, bei dem Gedanken den Torhüter zu überwinden.
Der Traum des sympathischen Personalvermittlers war bereits als Jugendlicher eine Profikarriere. Um dieses Ziel zu erreichen, durchlief der 28-Jährige im Jugendbereich schon zahlreiche Vereine quer durch die Republik. Eigentlich war es klar, dass außer Handball keine andere Sportart für ihn infrage kommen würde, denn das hat in seiner Familie schon Tradition. Sein Opa und sein Vater waren beim TV Aldekerk aktiv. Im zarten Alter von vier Jahren schloss sich der damals in Süchteln wohnende Mevissen den Bambini des heimischen ASV an, wo auch sein ein Jahr älterer Bruder Björn aktiv war. Bis zur D-Jugend lernte Mevissen dort die ersten Handballschritte, allerdings nicht als Torhüter, sondern als Rückraumspieler. Schließlich war er in der fünften Klasse bereits 1,90 Meter groß. In der C-Jugend kam dann der Wechsel zum TV Aldekerk, wo bald ein Torwart gesucht wurde und Mevissen auf Anfrage des Trainers diese Position übernahm.
In Aldekerk spielte er bereits einmal mit seinen jetzigen Mannschaftskollegen Steffen Coenen und Frederik Rosati zusammen, doch weil beide älter waren, wechselten sie bereits nach einem Jahr in die A-Jugend. Es folgten die nächsten Wechsel im Jugendbereich. Zunächst schloss er sich ART Düsseldorf, danach dem Neusser HV an. Doch sein Ehrgeiz war noch nicht gestillt und so schrieb er eine E-Mail an Bennet Wiegert, der momentan das Bundesliga-Team des SC Magdeburg trainiert und damals als Jugendkoordinator aktiv war. Mevissen bat um ein Probetraining, welches er dann auch bekam. Es endete jedoch nicht wie gewünscht. Wiegert offenbarte ihm, dass sein Können und seine Fitness nicht für den Leistungssport ausreiche. Er bekam jedoch einen Trainingsplan an die Hand und sollte die Ernährung umzustellen, zudem versprach Wiegert ihm, in Kontakt zu bleiben.
Und tatsächlich: Als der SCM in der A-Jugend ein Torwartproblem hatte, erinnerte man sich an Mevissen. Er wurde nochmals eingeladen und überzeugte. Sofort nahm er die Chance wahr und zog von zu Hause nach Sachsen-Anhalt. In Magdeburg wurde er dann mit einem Vertrag ausgestattet und als geringfügig Beschäftigter bei einem Sponsor angestellt, schließlich musste ja auch seine Wohnung bezahlt werden. „Ich habe Bennet sehr viel zu verdanken, Magdeburg hat mich sehr weit nach vorne gebracht“, erinnert sich Mevissen. Eingesetzt wurde er in der A-Jugend, half in der zweiten Mannschaft in der 3. Liga aus und trainierte auch mit dem Bundesliga-Kader. „Ich habe versucht, so viel wie möglich zu lernen, und beim Sponsor durfte ich dann in den Job der Personalabteilung reinschnuppern“, berichtet er. Doch das Kapitel Magdeburg war nichts auf Dauer, wohl auch, weil der Sprung in den Kader der ersten Mannschaft nicht gelang.
Im Seniorenbereich ging Mevissens Tour durch Deutschland erst richtig los. Im Jahr 2016 wechselte er für ein Jahr nach Burgwedel in die 3. Liga, wonach ein kurzes Intermezzo beim ASV Süchteln folgte. Mevissen zog weiter zu den Rhein Vikings nach Düsseldorf in die zweite Mannschaft, wo er aber auch im Anschlusskader für die 2. Liga war. Ein Jahr später ging es dann erneut in die 3. Liga zum VT Zweibrücken-Saarpfalz, bevor Mevissen nach Stadtoldendorf in Niedersachsen ging, wo ihm eine Ausbildung als Bankkaufmann ermöglicht wurde und er beim Oberligisten TV Stadtoldendorf auflief.
Nach der weiteren Station HC Aschersleben zog es Mevissen dann zurück in die Heimat, mit dem Gedanken, erst einmal eine Pause vom Handball zu machen. Er fang das Boxen an. „Dann meldete sich Steffen Coenen bei mir, fragte, wo ich sei und wie es mir gehe“, berichtet Mevissen. „Als dann klar war, ich wohne wieder in der Nähe, fragte er mich, ob ich nicht nach Kaldenkirchen kommen wolle, wo man einen Torwart gut gebrauchen könne“, fährt er fort.
Es fand ein Treffen mit dem Kaldenkirchener Trainer Volker Hesse statt. Schnell wurde sich die Parteien einig und nach einer kurzen Vorbereitung startete schon die Saison. Mittlerweile hat sich Mevissen zum Schrecken für viele Angreifer gemausert. „Ohne Frage: Sven ist schon eine echte Erscheinung. Er macht unser Team stärker und einfach einen guten Job. Sven hat nur sehr wenig Schwankungen in seinen Leistungen und hat uns auch schon den einen oder anderen Punkt geholt“, lobt Trainer Hesse.
So ähnlich sieht er sich auch selber: „Die Konstanz ist meine größte Stärke, außerdem habe ich einen unbändigen Siegeswillen und hasse es zu verlieren“, so Mevissen. „Ohne überheblich zu klingen, besteht in dieser Liga nicht das Wurfniveau, was ich kenne und da ist es einfacher, die Spieler zu lesen, zumal ich mich auch intensiv mit Wurfbildern beschäftige. In der Truppe macht es momentan unheimlich Spaß und ich würde gerne im oberen Tabellendrittel bleiben“, verrät er. Wie es nach der Saison weiter gehe, wisse er noch nicht. Aber: „Stand heute würde ich wahrscheinlich sogar weiter machen“, sagt der Routinier.
In seiner Freizeit ist Sven Mevissen gerne mit seiner Dobermann-Hündin unterwegs. Mit seinem Teamkollegen Oliver Brakelmann spielt er gerne auch mal eine Runde Golf. Und im Urlaub? „Ich fahre sehr gerne nach Polen, denn meine Mutter kommt aus der Nähe von Danzig. Dort kann ich dann zwei oder drei Wochen abschalten.“
07.02.26
TSV Kaldenkirchen- TV Lobberich 32:28 (16:16)
Der TSV gewinnt das nunmehr 4. Derby in Folge und behauptet seine Vormachtstellung in der Stadt Nettetal.
Die Hölle West war selbstverständlich ausverkauft, beide Teams konnten personell aus dem Vollen schöpfen. Die Voraussetzungen für ein packendes Derby hätten besser nicht sein können. Auf Seiten der Blau-Weißen hatte man sich vorgenommen das Tempospiel der Gäste nicht zu Geltung kommen zu lassen. Dies gelang zu Beginn der Partie nicht wirklich. Lobberich war die spielbestimmende Mannschaft. Offensiv konnte sich der TSV auf hervorragende Einzelaktionen von Mauk Rutten verlassen, während hinten Sven Mevissen die Fehler der Vorderleute ausbügeln konnte. Die Höllenbewohner liefen eigentlich durchweg einem Rückstand von 3 Treffern hinterher. Nachdem die ersten Wechsel vorgenommen wurden, machte sich die tiefere Kaderbreite des TSV bemerkbar. Eine Energieleistung der Gastgeber bis zur Halbzeit ließ beide Mannschaften mit einem Unentschieden in die Kabinengänge gehen.
Der Beginn der zweiten Halbzeit verlief weitestgehend ausgeglichen. Die Intensität der Partie und die Emotionen beider Teams nahmen minütlich zu, doch trotz aller Rivalität wurde das Spiel erneut von beiden Seiten fair ausgetragen. Daran hatten auch beide Schiedsrichter ihren Anteil, indem sie eine klare Linie vertraten. Beim Stand von 25:25 in der 48. Spielminute war der Ausgang der Partie völlig offen. Mit dem Beginn der Crunchtime stand die Abwehr des TSV beeindruckend massiv. Insbesondere der Mittelblock um Maik Engels und Aaron Rothkopf verteidigte leidenschaftlich. Der TVL probierte es immer wieder mit dem taktischen Mittel des 7. Feldspielers, doch auch hier stand die Defensive wesentlich besser als in Durchgang 1. In den Schlussminuten war das Momentum dann auf Seiten der Blau-Weißen. Daran hatte vor allem Aaron Rothkopf seinen Anteil. Denn er erzielte satte 4 der letzten 7 Treffer und war durch seine emotionale Art und Weise Handball zu spielen, wohl das Gesicht des Derbys. Ein Doppelschlag innerhalb weniger Sekunden besiegelte knapp 1 Minute vor dem Abpfiff den 4. Derbysieg in Serie.
Es bleibt festzuhalten, dass der TSV sich den Sieg durch eine Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdiente. Grundlage hierfür war eine kollektiv starke Leistung der gesamten Mannschaft.
Es spielten und trafen:
Sven Mevissen (1),David Mattke, Steffen Coenen (2), Niklas Schwartz, Till Luefkens (1), Felix van Deursen (1), Nils König (3), Noah Lorenz (1), Ivan Schoolmeesters, Aaron Rothkopf (7), Mauk Rutten (4), Hugo Zilkens, Oliver Brakelmann (4), Maik Engels (8), Frederik Rosati.
07.02.26
TSV Handball-Frauen, Oberliga
TSV Kaldenkirchen – TV Ratingen 19:21 (8:11)
Nach dem Debakel in Rheinhausen zeigten sich die TSVerinnen gegen Ratingen zwar erholt, am Ende reicht es aber knapp nicht für Punkte. Das ist umso ärgerlicher, da diese Niederlage durchaus vermeidbar war. Aber dazu müssen dann alle Rädchen des Getriebes ineinandergreifen, und das funktioniert derzeit nicht. So war das Spiel ca. 20 Minuten lang bis zum 7:7 ausgeglichen. Danach ging Ratingen zur Pause mit 11:8 in Führung und baute diese bis zur 40. Minute weiter aus auf 15:10. Ein entscheidender Vorteil der Gäste war, dass sie das Kleingruppenspiel mit einfachen Mitteln wie z.B. Doppelpässen unter hohem Tempo beherrschten. So gelangen dem TVR mehrfach einfache Tore wegen mangelndem Rückzugsverhalten einiger TSV-Spielerinnen, die weder auf den Beinen noch im Kopf schnell genug waren, um den Gegner aufzuhalten. Die Zeit ab der 40. Minute war dann ein auf und ab der Gefühle. Die Kaki-Damen kämpften sich auf zwei Treffer heran, um kurz darauf wieder mit vier hinten zu liegen (13:15, 15:17, 15:19). Dann wieder ein Aufbäumen und anderthalb Minuten vor dem Ende war man plötzlich beim 19:20 in Schlagdistanz. Leider fehlten aber am Ende ein kühler Kopf sowie auch Durchsetzungskraft und -wille, um Punkte auf die Habenseite zu retten. Und dann waren da mal wieder vier vergebene Siebenmeterchancen …
07.02.26
wE2 – TV Lobberich 21:20 (14:14)
Am Samstag stand bei den Mädels der E2 das Derby im Kalender. Das aus diesem Kalendereintrag, ein Tag werden sollte, den man sich in den Kalender einträgt, wusste zu dem Zeitpunkt noch niemand.
Zu Beginn gingen die Lobbericherinnen mit einer Führung voran. Nach einer Auszeit fanden dann aber auch die Kaldenkirchener Mädels den Weg zum Tor. Mit dem Angriff der Gegnerinnen hatten sie jedoch noch immer zu kämpfen und das sollte sich auch bis zum Schluss nicht ändern. In der 14. Spielminute stand es 7:10 für Lobberich. Hier rollte dann auch mal ein Tränchen über die Wange und man konnte erkennen, mit wie viel Herz die Mädels in der Halle stehen. „Das klappt alles nicht“, sagte da eine Spielerin in der Abwehr. Doch mit sehr viel Willenskraft, gegenseitigem Zureden und Anfeuern schafften sie es, sich zur Halbzeit zu einem Unentschieden (14:14) vorzuarbeiten.
Dabei sollte es nicht bleiben und die beiden Mannschaften lieferten sich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen, sodass die Anspannung bis über den Spielfeldrand hinaus und bis zur letzten Spielminute zu spüren war. Am Ende konnten die Kaldenkirchener Mädels sich einen knappen aber hart erkämpften und verdienten Sieg erringen.
Durch das Spiel lernte man vor allem eins: Wie wichtig es ist, auch bei Rückschlägen nicht aufzugeben! Die Mädels blieben standhaft, unterstützten sich gegenseitig und beendeten ihr starkes Zusammenspiel mit einem 21:20 für den TSV! Auch die Herren gewannen das Derby gegen Lobberich. Derbytag erfolgreich beendet: 2:0 für Kaldenkirchen🥳
01.02.26
TSV Kaki mE vs. SV Straelen 32:23 (22:16)
Am vergangenen Sonntag empfangen die blau-weißen die Jungs aus Straelen.
Die ersten 10 Minuten verlief das Spiel sehr knapp, die Jungs vom TSV konnten sich aber nicht wirklich absetzen. Zur Halbzeit führte man immerhin 22:16, was bei manch anderen Spielen ein Endstand ist, wenn man bedenkt das zu diesem Zeitpunkt erst 20 Minuten gespielt waren. Die Abwehr ließ auf beiden Seiten zu Wünschen übrig, dass wollte man im zweiten Durchgang besser machen.
Dies gelang den Kaldenkirchenern auch, sodass man schnell einen 10 Tore-Vorsprung erspielte, den man fast bis zum Schluss auch halten konnte, obwohl viel gewechselt wurde.
Kleines Manko: Leider belohnten sich einige Jungs nicht mit einem Tor, obwohl die Chance gegeben war und konnten sich leider nicht in die Torschützenliste eintragen.
Für den TSV spielten und trafen:
Jonah Gerits (14) Tilo Thönissen (9), Andre Jürgens (4), Julian Büschkes (5), Jonas Mattke, Leo Moors (Tor), Jonah Schummers (Tor), Pepe Boahen, Benedikt Bonnacker, Damian Kraus, Jannis Gehlmann und Alessio Scarlata.